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Trummer mit Band (19:45 - 20:45)
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So endet das Märchen, und dort beginnt das neue Album des Berner Songwriters Trummer. „Fürne Königin“ heisst das Werk, es ist die bisher ambitionierteste Platte des gebürtigen Frutigers und legt lebenslustig sowohl kommerziell wie künstlerisch einen Gang zu. Überraschen dürften der Disco-Rock-Stampfer „Neon Liecht Meitschi“ oder die Südstaaten-Grooves in „Gschyd wär anders“.
Trummer zieht die Grenzen seines Königreichs weiter und hat dabei wenig Aufwand gescheut. Den Songs, die in Kapitelform gegliedert sind, wurden teils mit Streichquartett und Bläser-Section die Krone aufgesetzt und eine bunte Schar Musikusse hat mitgespielt, u.a. Hendrix Ackle, Valeska Steiner, Adrian Weyermann, Shirley Grimes oder Nadja Stoller, nebst seiner Rhythm-Section Rob Aeberhard (Bass) und Muso Stamm (Drums). Fast ausschliesslich Leute, die für Trummer seit langer Zeit so was wie eine Familie sind.
Was also kommt nach dem „..wenn sie nicht gestorben sind...“? Dann lebt man eben weiter, lustvoll und erwartungsvoll, und deshalb auch immer wieder gezwungen, Zwischenbilanz zu ziehen, sich der Vergangenheit zu stellen, sich den Ängsten und Hoffnungen zu stellen, sich mit genutzten und verpassten Möglichkeiten auseinander zu setzen. Dort stehen die Königinnen in Trummers neuen Songs: Prinzessin spielen ist nicht mehr drin. „Was wosch di i däm dunkle Turm verstecke, mittz i dim grosse Riich? Du wirsch nid mänge Retter finde, wo när ma König sy“, heisst es im Titeltrack.
„Das Aussparen ist Trummers grosse Stärke“, hiess es in der Presse einmal zu diesem Texter, und seinem Grundsatz, das Publikum nicht für dumm zu verkaufen, bleibt er auch in diesen Liedern treu. Mehr denn je hat er sich für das neue Album gewagt, eine Perspektive einzunehmen und unkommentiert einfach auszuleuchten. „Man darf diesen Songs gern auch widersprechen“, sagt Trummer, „das würde ich sogar toll finden. Ich habe keine Botschaft zu verkünden, keinen Anspruch auf Richtigkeit. Mich interessiert einzig die Frage, wie sich das Leben anfühlt, wie es aussieht, wenn man mal innehält und Zwischenbilanz zieht. Und dass man dabei einseitig bleibt und erst später merkt, dass es noch andere Perspektiven geben könnte, das ist ja gerade was die immer momentane Natur des Lebens ausmacht.“
„Fürne Königin“ ist die Platte geworden, die man für eine lebensfrohe, sommerliche Autofahrt einlegt, danach aber gleich mitnimmt zum ruhigen Tête-à-tête, bei dem auch mal existentielle Fragen diskutiert werden dürfen.
Trummer (32) hat seit 2003 zwei englische Alben und drei Mundart-Alben veröffentlicht, dazu einige EPs, die letzte (WinterPlatte) im Januar 2010. Trummer tritt als Quartett mit Gästen bis Solo auf, er spielt Theater (Herr Lehmann) und hat diverse musikalische Nebenprojekte. „Fürne Königin“ erscheint am 4. März 2011 auf Endorphin Entertainment im Vertrieb von Irascible.
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